Lang ist es her… oder etwa nicht !?

Es ist schon über einen Monat her, dass ich hier was geschrieben habe. ist schon krass für mich, denn es kommt mir vor als währe der letzte Eintrag von gestern. Zeitempfinden oder Zeitgefühl ?  Fehlt mir gänzlich.

Einiges hat sich getan, in den letzten Tagen (oder waren es Wochen?). Mein Blutdruck ist fast immer über 200 ! Resultat ? Naja, noch mehr Pillchen schlucken und immer schön Blutdruck messen. Valsartan, so heisst das Wundermittel der Pharmaindustrie, dass mir helfen soll, meinen Blutdruck in den Griff zu bekommen.

Weiterhin sind die Tage schwer und selbst in der Nacht wüten die Gedankenstürme in meinem Kopf. Ich habe immer noch keine Sinnhaftigkeit entdeckt, die das Leben hier auf diesem Planeten lebenswert machen sollen.

Bis dahin…..

Ein Leben lang zum sterben

Wir werden geboren und sterben dann, irgendwann. Wie groß das Zeitfenster zwischen Geburt und Tot ist, kann niemand im Voraus wissen. Im allgemeinen wird dieses Zeitfenster „Leben“ genannt. Ungeboren zu sein, ist das der selbe Zustand wie Tot sein ? Welches der drei „Dinge“ besitzt welche Priorität ? Sind alle drei gleichbedeutend groß/klein ? Ist die Geburt wichtiger als das Leben oder Sterben ?

Die Eigenschaft „ungeboren sein“ und „tot sein“, bedeutet nicht zu existieren. Oder doch ?
Die Geburt, das Leben und Sterben – Wenn diese drei Phasen die gleiche Priorität besitzen, warum dauern diese unter „normalen“ Bedingungen unterschiedlich lang ?

Meine Tips/Erfahrung für an Depressionen erkrankte Menschen

Hallo,

du leidest an Depressionen oder glaubst daran zu leiden ?
Schön das dich der Weg hierher geführt hat. Ich möchte dir ein paar Tips und Informationen mit auf den Weg geben. Weiter unten wirst du einige Links finden, die dir weiter behilflich sein können.

  1. Versuche dir die Krankheit bewußt zu machen…
    … und sorge dafür, dass sie dir im Bewusstsein bleibt !
    Depression ist eine unter Umständen tötlich verlaufende Krankheit. Egal wo du bist, was du gerade machst und wie schwer das alles im Moment ist. Sobald du an Suizid denkst, gehe in irgendein Krankenhaus, rufe einen Krankenwagen, die Polizei oder gehe zu deinem Nachbarn, vertraue dich einem Freund an.


  2. Vertraue dich deinem Hausarzt an. Suche nach einem Psychiater oder Neurologen. Auch wenn die Aussicht auf eine Therapie sehr gering ist, wirst du zumindest einen finden, der kurz mit dir redet und dir ein entsprechendes Medikament anbietet. Es ist wichtig, schon zu Beginn der Krankheit aktiv zu werden. Nur so sind die Chancen auf eine „Heilung“ recht hoch. Du musst vor den Medikamenten keine Angst haben. Sie machen nicht abhängig ! Genauso wenig musst du Angst vor dem Arzt haben. Er/Sie hat bestimmt schon ganz andere Dinge erzählt bekommen. Erzähle alle deine Gefühle, Eindrücke und auch das was du nicht mehr hast. Wenn du meinst, du würdest einige Anzeichen vergessen, schreibe sie dir ruhig auf und nimm die Notizen mit zum Arzt.

  3. Dein Hausarzt wird dich wahrscheinlich ersteinmal Krank schreiben. Das ist auch gut so. Solltest du direkt von einem Psychiater krank geschrieben werden, kann er eine Empfehlung zur Krankschreibung an deinen Hausarzt geben. Dann kommt die Krankschreibung nicht vom Psychiater, sondern vom Hausarzt. Dies lässt dir dann ersteinmal Luft, um abzuschätzen, wie dein Arbeitgeber mit der Situation umgehen wird.

  4. Leider sprechen die Arbeitgeber meist sofort eine Kündigung aus. So war es zumindest bei mir, nach 14 Jahren Betriebszugehörigkeit. Das sollte dich jedoch nicht davon abhalten, offen mit der Krankheit umzugehen. Auch wenn die Kündigung damals für mich sehr schmerzhaft war und ich dadurch vieles verloren habe (Haus etc.), habe ich jedoch eine unmenge an positiven Dingen des Lebens wieder zurück erhalten.

  5. Noch einmal zurück zu den Medikamenten. Sie machen nicht abhängig. Der Begriff Psychopharmaka oder Antidepressiva, hat sich in unseren Köpfen als Dämonpille oder als Pille für „Bekloppte, Wahnsinnige, Irre“ festgesetzt. Dem ist nicht so. Wenn du dir den Fuß verstauchst oder eine Erkältung eingefangen hast, nimmst du sicherlich auch ein Medikament. Genau so ist es mit den Antidepressiva. Leider fangen die meisten Medikamente erst nach ca 2 Wochen an zu wirken. Also hier ist ein wenig Geduld angesagt.

  6. Sollte ein Klinikaufenthalt notwendig sein, das ist wohl in den meisten Fällen so, kann ich dir versichern, dass du dort gut aufgehoben sein wirst. Das Bild der „Irrenanstalt“ kannst du dir direkt aus dem Kopf löschen. Die spezialisierten Kliniken wirken eher wie komfortable Krankenhäuser. Viel Bilder, Farbe und angenehme Zimmer. Angst davor muss niemand haben. Leider haben meine 5,5 Wochen Aufenthalt mehr oder weniger eine gute Einstellung der Medikamente und eine bessere Diagnose gebracht. Eine Heilung leider nicht. Das wichtigste, was ich dort gelernt habe ist, dass ich nicht der einzige mit dieser Krankheit bin. Was auch sehr angenehm war, man war unter „Gleichgesinnte“, was wiederum ein wenig „Auszeit“ von diesem Tabuverhalten gab.

  7. Das Aufstehen fällt morgens sehr häufig schwer. Wenn es garnicht geht, bleib einfach liegen und schlaf noch eine Runde. Versuche aber immer irgendwie aus der Kiste zu kommen. Ich mache es so, dass sobald ich aufwache ich mich am Bettrand hinsetze. Auch wenn die Augen wieder zufallen. Versuche ruhig zu bleiben und irgendwann stehst du schon von alleine auf. Auch wenn du nachts aufwachst, was mir so 3-4 mal in der Nacht passiert, setze ich mich an den Bettrand. Nach einigen Minuten lege ich mich dann wieder hin und schlafe in der Regel auch wieder ein.

  8. Am bescheuertsten finde ich das „Aktiv sein“. Steht ein fester Termin an, egal wie wichtig oder unwichtig er ist, fange ich an, am ganze Körper zu zittern und meine Zähne klappern. Meine Aktivität beschränkt sich derzeit darauf, einmal am Tag den Hund raus zulassen. Zu mehr bin ich derzeit nicht in der Lage denn mein Körper reagiert sofort mit Stress. Akzeptiere deine derzeitige Leistungsfähigkeit und auch das, was du derzeit nicht leisten kannst. Häufig passiert es, dass man sich an einem guten Tag für den nächsten soviel vornimmt, dass man andertags schon mit der ersten Aufgabe/Vorhaben völlig überfordert ist.

  9. Suche dir einen Psychologen oder Psychiater, der dich einer Psychotherapie unterzieht. Meist sind die jedoch so sehr ausgebucht, dass man ersteinmal in eine Warteliste aufgenommen wird. Telefoniere alle ab und lass dich bei allen in die Warteliste eintragen. Absagen kannst du alle anderen dann immernoch. Für dich ersteinmal zu wissen ist wichtig, dass Psychologen keine Medikamente verschreiben dürfen. Daher wirst du zusätzlich noch auf einen Psychiater oder Neurologen angewiesen sein.

So – Das soll es ersteinmal sein. Wenn auch Du noch einige Tips oder Infos hast, hinterlasse bitte diese in einem Kommentar. Zum Schluss noch zwei Interessante Links:

Selbsttest Depression der Stiftung Depressionshilfe sowie
Infovideos der RBB Mediathek. So musst Du nicht unendlich suchen 🙂

 

 

Abends Quetiapin 150mg

Abends nehme ich 150mg Quetiapin. Dieses Medikament scheint eine Art eierlegende Wollmilchsau zu sein. Sie wird eingesetzt bei Schitzophrenie, Psychosen, depressiven Episoden und bipolaren Störungen.

Zum Glück leide ich nicht an einer Schitzo, Manien oder bipolaren Störung, sondern „nur“ an schweren Depressionen. Mein Alltag wird begleitet von massenhaften Gedankengängen, einer wahren Überflutung. Dabei treten vielfältige Probleme auf, die ich gedanklich nicht lösen kann bzw zuende denken kann. Gleichzeitig befinde ich mich in einer Art geistigen Vakuums, einer leeren Hülle. Oft habe ich Schmerzen im ganzen Körper, klappere mit den Zähnen und es fehlt mir die Konzentration. Es scheint immer etwas in mir zu sein, was jeden Augenblick explodiert. Das allmorgendliche Venlafaxin lindert nicht die Symptome sondern hebt einzig und allein nur die Stimmung und nimmt mir ein wenig von diesen „Gedankenschmerzen“. Ich denke, jeder kann sich vorstellen, dass eine scheinbar jeden Augenblick explodierende innere Unruhe nicht gerade für gute Stimmung sorgt.

Quetiapin lindert für die Nacht diesen Erregungszustand und verstärkt die restliche Wirksamkeit des Venlafaxins. So komme ich meistens abends zur Ruhe. Eine kleine Pause bis zum nächtlichen Aufwachen.

Morgens Venlafaxin 225mg retard

Mogens 08:00 Uhr, 1 x Venlafaxin 225mg retard. Soll meine Stimmung über den Tag verteilt heben. Die Dinger nehme ich nun seit einigen Monaten und meine „Grundstimmung“ ist in der Tat etwas mehr oben. Aber – Die Flut an nicht zuende gedachten Gedanken beseitigt das Medikament nicht. Es „tut einfach nicht mehr so weh“, wenn man diese lähmenden Gedanken und Gefühle hat oder ein Angstschub sich ankündigt. Fast so, wie ein Schmerzmittel. Obwohl mich die Tabletten nicht arbeitsfähig machen, bin ich diesen Dingern irgendwie dankbar denn sie unterstützen mich, den Tag als „lebenden“ Menschen und nicht als Zombie beenden zu können.

Jeden beschissenen Morgen auf's Neue… Depression